• Preisverleihung 2018

Vom Kochen lernen, vom Kochen und vom Lernen

"Im Obdachlosenheim kochte Fiona Essen für 20 Bewohner und acht Angestellte, das die gleiche Qualität wie in einem Restaurant hatte. Nach kurzer Zeit bekam sie von den Bewohnern Besuch in der Küche: Einige wollte einfach nur Abwaschen und dabei Musik hören, andere wollten von Fiona in der Küche lernen. Manchmal fragte Fiona auch, welche Zutat oder welches Rezept die Bewohner gerne ausprobieren würden und dies diente dann als Grundlage für die nächste Mahlzeit. Auch Fiona lernte viel von den Bewohnern. Einige kommen aus anderen Ländern und arbeiteten früher als Köche." - so oder so ähnlich hätte auch ein Kochkurs an der Obdachlosen-Uni entstehen können. Ist er aber nicht. Stattdessen hat sich das in Edinburgh/Schottland abgespielt. Entstanden ist daraus ein "Prep-Table". Was genau dahintersteckt kann hier nachgelesen werden: https://www.yooweedoo.org/de/news/obdachlose-lernen-durch-prep-table-professionell-zu-kochen

Wie sich Lernen mit, von und für, Obdach- und Wohnungslose gestalten kann, kann frau/man auch in der Masterarbeit von Diana Petz nachlesen (vgl. Diana Petz/2008: Lebenslanges Lernen obdachloser Menschen). Hierin beschreibt sie u. a. Obdachlose und Nichtseßhafte und ihren Bezug zum Lebenslangen Lernen. Sie kommt dabei u. a. zu der Erkenntnis, dass "über eine abgeschlossene Berufsausbildung grob geschätzte drei viertel der auf der Straße lebenen Menschen (verfügen). Oft besteht mehrjährige Berufs- oder Erwerbserfahrung. Unmittelbar nach dem Wohnungsverlust ist der Wunsch in der Regel noch vorhanden, die eigene Lebenssituation zu verbessern. Dieser sinkt allerdings mit zunehmender Obdachlosigkeitsdauer, wobei jedoch Fähigkeiten zur Optimierung der Lebenssituation zunehmen, aber auch das Risiko der Erwerbsunfähigkeit, Hilfsangebote werden weniger wahrgenommen, womit sich der formale und non-formale Bildungszugang zunehmend erschwert. "

Das heißt also, die Fähigkeiten zur Optimierung der Lebenssituation nimmt zu ("Straßenwissen" - man verbündet sich, tauscht sich aus, sammelt Informationen, wo was wann zu bekommen ist). Das Risiko der Erwerbsunfähigkeit nimmt aber auch zu (aufgrund von Alkohol, Kälte, Krankheiten, keine Postadresse). Hilfsangebote werden weniger wahrgenommen ("brauch ich nicht, kann ich auch ohne..."). Der Bildungszugang wird erschwert (nicht zur "Bildungsschicht" zugehörig fühlend).

Ja - dürfte alles so passen. Kommt also gern zu den Vorlesungen der Obdachlosen-Uni. Hier können sich alle zugehörig fühlen, hier können wir voneinander lernen und uns gegenseitig austauschen.

Menschen, die bisher kaum oder wenig Berührungspunkte zu Wohnungs- und Obdachlosen hatten können hier etwas über das "Leben auf der Straße" erfahren und auch ihrerseits dazulernen und Vorurteile abbauen.

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