• Preisverleihung 2018

Stolpersteine für sogenannte "Asoziale" im Nationalsozialismus

Kennt Ihr eigentlich die Stolpersteine für sogenannte "Asoziale" im Nationalsozialismus (am Berliner Alexanderplatz)?

Prof. Dr. Michael Wildt von der Humboldt-Universitaet zu Berlin, gab bei uns an der Obdachlosen-Uni Berlin eine Vorlesung zum Thema:

"Die Verfolgung von Bettlern, Obdachlosen und sogenannten 'Asozialen' im Nationalsozialismus".

Die Vorlesung fand 2014 in der Wohnungslosenunterkunft Luebecker Strasse 6 statt. Neben Bewohnern des Hauses waren auch sonstige Interessierte und Pressevertreter anwesend. Im Anschluss an das Impulsreferat von Hrn. Prof. Dr. Wild gab es eine lebhafte Diskussion, bei der angedacht wurde, Stolpersteine in Erinnerung an die deportierten Bettler und Obdachlose, zu verlegen.

Es reichte in Zeiten des Nationalsozialismus, nicht jeden Tag zur Arbeit zu gehen, um als "asozial" abgestempelt ins KZ abgeschoben zu werden. In Erinnerung an diese schlimme Zeit wurden "Stolpersteine für sogenannte 'asoziale' im Nationalsozialismus" in der Nähe der Weltzeituhr verlegt: Im April 2016 war es soweit. Der Künstler Gunter Demnig verlegte in Berlin fünf Stolpersteine für diese Menschen. Für drei der fünf Menschen war zudem das Arbeitshaus Rummelsburg eine Station ihres Verfolgungsschicksals, alle fünf sind im KZ Sachsenhausen ermordet worden.

In Berlin wurden in den letzten 20 Jahren bereits über 6600 Stolpersteine verlegt. Doch für Menschen, die von den Nationalsozialisten stigmatisiert, verfolgt und ermordet wurden, weil sie als „asozial“ galten und damit außerhalb der „Volksgemeinschaft“ standen, gab es bis dato in Berlin bislang noch keine Stolpersteine.

Das Leben von Menschen ohne festen Wohnsitz fand und findet noch immer in der Öffentlichkeit statt. Deshalb wurde entschieden, diese Stolpersteine zwischen der Weltzeituhr und dem Alexanderhaus verlegen zu lassen. Dies war in den 1930er Jahren der Standort des Restaurants Aschinger, das nicht zuletzt wegen seines kostengünstigen Essens – auch bei Wohnungslosen – beliebt war.

(Fotos: Maik Eimertenbrink)

Mittlerweile liegen die Stolpersteine schon seit fast zwei Jahren dort und Ihr seid sicherlich schon mal daran vorbei gegangen. Vielleicht schaut Ihr nochmal genau hin und haltet ein paar Augenblicke inne.

Weitere Informationen findet Ihr übrigens in der Ausarbeitung "Asoziale im Nationalsozialismus", wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestag, 2016.

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